Erste Therapie-Erfolge mit Makrophagen bei Lähmungen
05.11.2001
Ärzte Zeitung.
Erste Therapie-Erfolge mit Makrophagen bei Lähmungen
Aktivierte Freßzellen fördern Nervenwachstum
NESS-ZION (ple). Mit einer neuartigen Therapie wollen israelische Ärzte Patienten mit L?hmungen aufgrund von Rückenmarkverletzungen helfen. Zur Behandlung werden patienteneigene aktivierte Makrophagen einmalig in das Rückenmark-Parenchym injiziert. Erste Studien-Ergebnisse erwarten die Wissenschaftler 2002.
Grundlage des Therapie-Ansatzes mit aktivierten Makrophagen ist, daß diese Zellen eine Regeneration von verletztem Rückenmark anstoßen können.
Bisher gibt es bereits eine israelische Studie der Phase 1, in die sechs Patienten aufgenommen worden sind. Die bisherigen Ergebnisse seien sehr ermutigend, so Dr. Valentin Fulga, Vizepräsident des israelischen Unternehmens Proneuron Biotechnologies, zur "Ärzte Zeitung".
Die erste mit eigenen aktivierten Makrophagen behandelte Patientin, die US-Amerikanerin Melissa Holley, berichtet, sie könne ihre zuvor gelähmten Füße und Zehen wieder etwas bewegen. Die 18jährige Frau ist seit einem Verkehrsunfall im Juni vergangenen Jahres von der Mitte des Rückens abwärts gelähmt.
Überwacht wird die Studie nach Fulgas Angaben durch die US-Zulassungsbehörde FDA und das israelische Gesundheitsministerium.
Bei dem Verfahren isolieren die Wissenschaftler Makrophagen aus der Haut der Patienten und kultivieren sie für einen Tag. Die Makrophagen werden aktiviert, indem sie mit verletzter Haut zusammengebracht werden. Neurochirurgen injizieren sie anschließend ins Rückenmark. Wie die Zellen bei dem Prozeß allerdings aktiviert werden und welche Faktoren der Makrophagen die Regeneration vorantreiben, dazu machte Fulga keine Angaben.
Inzwischen ist auch eine belgische Studie in Brüssel geplant, an der ebenfalls sechs Patienten teilnehmen sollen. In die Studie aufgenommen werden nach Angaben von Fulga Patienten zwischen 16 und 65 Jahren, deren Querschnittläsion im Rückenmark jeweils höchstens drei Wochen zurückliegt.
Es darf nur eine Verletzung vorliegen, und zwar mit Magnetresonanztomographie nachgewiesen zwischen den Segmenten C6 und T11. Ausgeschlossen sind Koma-Patienten sowie Patienten, die aufgrund der Art der Verletzung infektionsgef?hrdet sind.
Detaillierte Infos zur Teilnahme an der Studie gibt es von Dr. Valentin Fulga (valentin@proneuron.com) oder telefonisch unter 00972 89 40 95 50.

Makrophagen können helfen, verletztes Rückenmark zu regenerieren. Foto: Proneuron